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Nachhaltige Abfallwirtschaft

Die Abfallbehörden in Deutschland könnten beruhigt sein, da die Anforderungen zur Entsorgungssicherheit aus dem Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung, der Agenda 21, in Deutschland gängige Praxis sind. Allerdings führt die gut funktionierende Abfallbehandlung nicht dazu, dass sich die Probleme entschärfen, die mit den globalen Stoff- und Energieströmen verbunden sind. Notwendig sind daher vor allem vorbeugende Maßnahmen, die auf eine Veränderung nicht-nachhaltiger Produktions- und Verbrauchsmuster zielen. In der Fachwelt ist es umstritten, ob die Abfallwirtschaft, als letzte Etappe der Wertschöpfungsketten, eine solche Aufgabe erfüllen soll und kann. Im dem Beitrag werden Argumente für einen Paradigmenwechsel aufgeführt und Handlungsansätze angerissen.

Kopytziok, Norbert: Das Ganze im Blick behalten. Im Kontext der Wertschöpfungsketten stellen sich der Abfallwirtschaft neue Herausforderungen. In: MüllMagazin, Heft 2, Mai 2009, S. 24 - 29.


Kritische Analyse der Abfallverwertung

Mit der Einführung des Dualen Systems Deutschland (DSD) im Jahr 1991 hat die Abfallverwertung die größte Bevölkerungsbeteiligung an einer abfallwirtschaftlichen Maßnahme zum Schutz der Umwelt erreicht. Der Sammeleifer erleidet auch durch die häufigen, kritischen Medienberichte kaum einen Einbruch. Dies kann als ein Zeichen dafür gesehen werden, dass die Bevölkerung hoch motiviert ist, bei Umweltschutzmaßnahmen mitzuwirken.
Doch was ist, wenn keine Abfallvermeidung und keine Umweltentlastung erfolgen, so dass die geäußerten Bedenken berechtigt sind? Wenn die Abfallverwertung sogar einer Verschlechterung der Umweltsituation Vorschub leistet? Es ist davon auszugehen, dass in einem solchen Fall ein langfristiger Einbruch des Verbraucherverhaltens, Misstrauen und Demotivation entstehen würden.

Auszug aus: Kopytziok, Norbert: Sachgebiet Abfall: Vermeidung ökologischer Belastungen. Die ökologische Wirksamkeit der Vermeidung und Verwertung von Siedlungsabfällen. Rhombos-Verlag, 2. Auflage Berlin 2001

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    Ein paar Aspekte zum Metallrecycling: hier

Effektive Abfallvermeidung

Die Blütezeit der Abfallvermeidung in Deutschland war in den 1980er Jahren. Zahlreiche Bürger- und Umweltinitiativen kämpften gegen den Ausbau der Müllverbrennung und forderten Maßnahmen zur Abfallvermeidung. Die Bundesregierung novellierte das Abfallgesetz und verpflichtete die Kommunen Abfallberater/innen einzustellen. Deren Aufgabe war es nunmehr die Bevölkerung hinsichtlich der Abfallvermeidung zu informieren. Einer Umweltfibel folgte die nächste mit immer gleichen Appellen an die Endverbraucher/innen: kauft Mehrweg, benutzt Einkaufstaschen oder –körbe, kompostiert Lebensmittelabfälle. Nicht nur, dass die Kompostierung eine Abfallbehandlung ist, mit der sich die Abfälle nicht vermeiden lassen, auch war es das Papier nicht wert, auf dem all die Tipps i.d.R. mehrfarbig gedruckt wurden.

Um beurteilen zu können, welche Abfallgruppen die geeignetesten Ansatzstellen für Maßnah­men der Abfallvermeidung darstellen, muss geprüft werden, mit welchen Abfallgruppen hohe Umweltbelastungen verbunden sind. Datengrundlage bilden sowohl die Abfälle, die der Beseitigung als auch die, die der Verwertung zugeführt werden. Denn auch für die Abfälle, die der Verwertung zugeführt werden, sind während der Herstellung, der Nutzung und der Abfallverwertung Umweltbelastungen entstanden, die durch die Verwertung weder vermieden noch reduziert werden. Erst eine Auseinandersetzung mit den Stoffströmen, die mit einer Abfallfraktion oder einer Abfallgruppe in Verbindung stehen, ermöglicht eine fachlich begründete Priorisierung für Maßnahmen zur Abfallvermeidung. Danach sind Bauabfälle wesentlich bedeutsamer als die Verbrauchsverpackungen. Und innerhalb der normalen Haushaltsabfälle sind es die Lebensmittelreste, die aufgrund der landwirtschaftlichen Erzeugung und der Viehhaltung überproportionale Umweltbelastungen erzeugen.

Auszug aus: Kopytziok, Norbert: Vorreiterstatus verloren. Die Abfallvermeidung in Deutschland ist weit hinter ihre ursprünglichen Ziele zurückgefallen. In: MüllMagazin, Heft 2, Juli 2007, S. 23 – 25. Download (PDF-Datei, ca. 300 KB

 

 Projekte zur Abfallvermeidung